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Die Ausgangslage

Unser Auftrag

Revitalisierung einer Immobilie mit Kunst.

»Wellness for Buildings«

Die Idee zum Kunstwerk

Das Lebendige Haus

»Das Lebendige Haus« impliziert, dass es auch ein »Totes Haus« gibt – oder gab. Somit geht es im Großen betrachtet um eine Wiederbelebung, eine Art Erweckung, ja, ein Erwachen. Es erschien uns günstig, einen solch existenziellen Schritt nicht nur wohlüberlegt strategisch nach Innen vorzubereiten, sondern ihn ganz explizit auch nach Außen zu zeigen – ihn in Erscheinung treten zu lassen. Also geht es um Erscheinung, um Beseelung … um »Inspiration«. In diesem Sinne versteht sich unser Vorschlag für ein neues Gesicht dieses Hauses:

Erweiterung der Gebäudehülle

Eine Erweiterung der Gebäudehülle, eine zweite Haut, die sich nach Innen stülpt. Wir sprechen von einer leichten, gleichsam immateriellen Hülle, eben eine Art »Aura« aus Licht und Klang, die für Lebendigkeit sorgt. Formal angelehnt an einer organischen Formensprache, die lebendig wirkt, eine geschwungene Welle anstelle strenger pragmatischer Geometrie. Leichtigkeit statt Schwere. Bunte Farbigkeit statt eintönigem Grau. Dynamik und Veränderung statt Starre und Statik. Ein neues Zeichen für Leben, für Veränderung, am Haus, am Ort, vor Ort in Dresden.

Die philosophische Inspiration

Die Zeit ist eine Funktion des Raumes

Die Zeit ist eine Funktion des Raumes.
Und der Raum ist eine erstaunliche Funktion der Zeit.

Diese Erkenntnis liefert den Impuls für die formale Entwicklung des Kunstwerks. Die Zeit liegt also geborgen im Raum, vor uns, in uns:

Das Bestehende

Dann nehmen wir doch einfach das was da ist, das Bestehende. Wir nehmen das Feste, das fest gebaute Raster dieser funktionellen Architektur und bringen es durch eine künstlerische Intervention in Bewegung. Wir »dynamisieren« dieses Haus. Wir »organ«isieren diese Gebäudestruktur neu und tun dies mit den Mitteln, die sich direkt aus der Architektur ableiten. Wir tun es mit den Mitteln einer digitalen Netzstruktur, die wir unmittelbar von den bestehenden physikalischen und architektonischen Bedingungen vor Ort ableiten.

ZeitRaum RaumZeit

Damit öffnet sich ein ZeitRaum und eben auch eine RaumZeit, die mitten im Dresdener Alltag eine zusätzliche Tiefe erzeugen: In dieser Tiefe leben dann auch die Zeit davor, wo das Haus still stand, und die Zeit danach, wo es dann schon belebt ist, gemeinsam weiter. Und ja, es wirkt auch jene Zeit weiter, wo genau an dieser Stelle 600 Jahre lang die einzige gotische Kirche Dresdens stand, die gegen den Willen der Bevölkerung in einem Willkürakt der DDR Regierung abgerissen wurde: die Sophienkirche. Wo der Schmerz, wo die Wunde in dieser Stadt heute noch spürbar ist, da ist Kunst das Licht.

Heilung

Kunst als Lichthaut, als Lichtaura ist das kraftvolle Symbol für ein tiefes Verständnis von Lebendigkeit. Dieses Licht ist eine Verbindungsstelle, gleichsam das »Wurmloch«, das Dimensionen verbindet – zwischen dem toten Haus und dem Lebendigen Haus, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Eine Raum-Zeit-Spiegelung mit historischer und gesellschaftlicher Dimension. Heilung.

Das räumliche Konzept

Die serielle Fassade

Aus der seriellen Fassade der bestehenden Architektur leiten wir Schnittpunkte ab, ein ganzes Netz aus Schnittpunkten, mit denen wir nun zu spielen beginnen:

Am Anfang ist der Punkt

Am Anfang ist der Punkt. Der Lichtpunkt. Dann werden daraus mehrere Lichtpunkte, die bei entsprechender Betrachtung eine Linie ausformen. Zunächst eine Linie, dann mehrere Linien, die eine Fläche, eine Schale, ein dynamisches Band formen. Daraus entsteht das Möbiusband, die Möbiusschleife – eine wundersame zweidimensionale Struktur, die nur eine Kante und eine Fläche hat und in der wir in weiterer Folge nicht zwischen Innen und Aussen unterscheiden können.

Die Welle

Daraus wird dann die Welle, als Symbol für Lebendigkeit und Veränderung. Eine Welle, die sich gleichsam liebevoll um das – allzu streng und geometrisch organisierte – Gebäude herum windet, ja es liebevoll »berührt«. Dann wachsen aus der Welle verschiedene Wellenformen, die pulsierenden Sinuswellen – als Zeichen für den Pulsschlag des Lebens, schlechthin DER »Beweis für Leben«. Eine plastische, fast triviale Symbolik, die ein jeder aus unzähligen Filmmomenten kennt. Der Herzschlag.

Die Helix

Schließlich überlagern sich Wellenformen, Möbiusbänder und Lichtlinien in einer Helix, in einer Doppelhelix. Sie erinnert uns an die Lebensader des Menschen – die DNA.

Das Grundmotiv – Die DNA

Die DNA ist ein Biomolekül

Die DNA ist ein Biomolekül und Träger der Erbinformation, also der Gene. Die Form der DNA – die Doppelhelix – hat unsere »DNA für Das Lebendige Haus« in ihrer Erscheinungsform inspiriert. Unsere DNA versteht sich als »immaterielle Architektur«, als energetisches Rückgrat für ein Gebäude, das zunächst auf ungünstigem, historisch belastetem Boden steht und das dann in seiner weiteren Entwicklung nicht Schwung aufnehmen konnte, sondern letztlich viele Jahre Leerstand erleben musste.

Re-Vitalisierung

Dieses Projekt ist also im wahrsten Sinn des Wortes eine »Revitalisierung« – und dabei spielt die DNA eine entscheidende Rolle. In der Epigenetik erkennen wir im Gegensatz zur herkömmlichen Genetiklehre, dass es sehr wohl vom Individuum und seinen Umweltfaktoren abhängt, welche in der DNA angelegten Eigenschaften auch tatsächlich ausgeprägt und entwickelt werden – und welche gleichsam stillgelegt werden. Wir sind als Lebe-Wesen also nicht genetisch fixiert, ausgeliefert, determiniert.

Unsere Stammzellen

Unsere Stammzellen bewahren sich eine gewisse Flexibilität ... So kann der Zellkern die in ihm liegende DNA tatsächlich beeinflussen.

Diese junge wissenschaftliche Erkenntnis aus der Genetik verstehen wir als lebensbejahendes Grundmotiv für unser Lebendiges Haus.

Der Klang als Informationsträger

Klänge aus einer anderen Dimension

Während die visuelle Struktur der DNA durch die Geometrie der leuchtenden Glasstäbe als klar, sauber und rein wahrgenommen wird, entwickeln die gehörten Klänge dazu einen Kontrapunkt: Oft erklingt eine unscharfe, schmutzige, rauschende Klangästhetik im Raum. Klänge, die fremd sind, mystisch wirken, wie aus einer anderen Dimension. Manchmal verbindet sich der Kunstklang auch mit den vorhandenen, alltäglichen Geräuschen vor Ort in Dresden, beide werden eins, sie vermischen sich. Manchmal bildet das Kunstwerk aber auch einen scharfen Kontrast zu den Alltagsklängen rundherum.

Ursprungsklänge

Die Ursprünge dieser Kunstklänge stammen einerseits aus dem Raum selbst (z.B. Aufnahmen im Treppenhaus) oder aus einem erweiterten, sakralen Kontext (z.B. Motetten, die früher in der Sophienkirche an genau diesem Ort gesungen wurden). Die Ursprungsklänge wurden durch eine digitale »Raum-Zeit-Maschine« verdichtet und transformiert. Direkt über die gläserne DNA Struktur werden diese abstrakten Klanglandschaften nun wieder in den Realraum zurückprojiziert, wo sie sich an den Wänden – am real gebauten Raum – reflektieren. Diese Überlagerung aus Realraum und Imaginationsraum macht eine wichtige Ebene des Kunstwerks aus.

Die Ästhetik der Langsamkeit

Die Ästhetik der Langsamkeit

Sowohl Innen als auch Außen wird die DNA als kreatives Gestaltungselement erlebt, das diesem Gebäude einen ganz eigenständigen Charakter verleiht. Die Lichter, Farben, Klänge und Schwingungen winden sich über 150 Meter durch Treppenhäuser, Eingänge, Durchgänge, bis hinaus auf die Terrasse und auf die Fassade. Die Veränderungen der DNA bewegen sich aber bewußt an der Wahrnehmungsschwelle.

Feine Nuancen

Dieses Kunstwerk ist keine »schreiende« Aktion, keine spektakuläre Performance, die mit der Faust aufs Auge schlägt, sondern ein subtiler Eingriff, eine sensible Intervention mitten im Alltagsraum dieses Hauses. Die Ästhetik ist getragen von feinen Nuancen, schier unendlich langsamen Veränderungsprozessen und von einer räumlichen Tiefe, Vielschichtigkeit: Die Klänge sind meist zurückhaltende, zarte Klangfarbenkompositionen, sanft schwingende, schwebende, vibrierende Luft.

Der Sinnesraum als neuer Sakralraum

Eine tiefere Qualität

Durch diese Ästhetik der Langsamkeit verwehrt sich dem eiligen Passanten in so einem Treppenhaus die tiefere Bedeutung dieser Kunst. Es ist fast so, also würden uns diese Klänge, Lichter, Farben und Schwingungen bewusst zu einem Moment des Innehaltens »zwingen« wollen. Also Stehenbleiben und gleichzeitig unterwegs sein. Denn erst dann eröffnet sich die eigentliche tiefere Qualität, das Dahinterliegende dieser Rauminstallation:

Immaterieller Wert

Mitten im Alltag können wir gleichsam im Hintergrund des Seins eine hochkomplexe und gleichzeitig geheimnisvolle Struktur sinnlicher Eindrücke erkennen. Klänge, Lichter, Farben und Schwingungen, die im Menschen selbst neue Verbindungskanäle zwischen den Zeiten öffnen. Der immaterielle Wert, der dadurch im Menschen evoziert wird, das ist der eigentliche Wert dieser Kunst. In diesem Sinne können wir hier von einer neuen Art »SakralRaum« sprechen.

Der Sinn solcher Sinnesräume

SinnesRäume von SHA.

Unsere SinnesRäume wollen Dich eintauchen lassen in eine neue Zeit- und Raumwahrnehmung. Sie bieten Dir ein Gefühl von »Entschleunigung und Entgrenzung«. Das gelingt ihnen durch ihre spezielle, ganzheitliche Ästhetik – durch eine Raumgestaltung für alle Sinne und mit allen Sinnen. SHA. nennt das HOLISTIC DESIGN.

Der Mensch und seine Umgebung

Ziel dieser SinnesRäume ist die stärkere Verbindung vom Menschen mit seiner Umgebung. SHA. will die Resonanz stärken zwischen Ich und Welt, Mensch und Raum, Innen und Außen, letztlich auch Materiellem und Immateriellem. Dabei kannst Du deinen eigenen, individuellen Wahrnehmungshorizont erweitern.